Lünersee Fabrik
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Lünersee Fabrik · Hauptstraße 4, Bürs

Geschichte der Lünersee Fabrik – von der Spinnerei zum Gewerbestandort

Die ehemalige Spinnerei und Weberei Lünersee zählt zu den frühesten Industriehochbauten Vorarlbergs. Heute arbeiten in dem denkmalgeschützten Bau Unternehmen aus Büro, Gastronomie und Dienstleistung.

Die denkmalgeschützte Lünersee Fabrik in Bürs, ehemalige Spinnerei und Weberei Lünersee, vor Bergkulisse

Die Lünerseefabrik in Kürze

Amtliche Bezeichnung
ehem. Spinnerei und Weberei Lünersee
Errichtet
ab 1836 (Bundesdenkmalamt: 1836–1838)
Bauherr
Textilunternehmen Getzner, Mutter & Cie
Erweiterungen
1850 sowie 1856/57
Baukörper
sechs Geschoße, 20 Fensterachsen an der Längsseite
Textilbetrieb bis
1985 (Stilllegung)
Denkmalschutz
ja – Bundesdenkmalamt, ObjektID 65189
Heute
Gewerbestandort Lünersee Fabrik, Hauptstraße 4, 6706 Bürs

Zeitleiste

  1. 1835

    Getzner, Mutter & Cie erwirbt ein Grundstück am Ortseingang von Bürs – nahe dem Firmensitz in Bludenz und mit Zugriff auf die Wasserkraft des Alvierbachs.

  2. ab 1836

    Bau eines mehrgeschoßigen Fabrikgebäudes für Spinnerei und Weberei. Mit seinen Ausmaßen übertraf es alle bis dahin in Vorarlberg errichteten Fabriken.

  3. 1850, 1856/57

    Erweiterungen des Fabrikbaus.

  4. 1908

    Die Beschäftigten der Spinnerei erstreiken den Zehnstundentag bei vollem Lohnausgleich.

  5. 1940–1945

    Die Textilproduktion ruht. Die Stadt Bludenz richtet in den oberen Geschoßen 1940 ein Kriegsgefangenen- und 1942 ein Zwangsarbeiterlager ein; ab 1944 werden im Gebäude Rüstungsgüter gefertigt.

  6. nach 1945

    Zur Weberei kommen Nähfadenerzeugung, eine eigene Stoffdruckerei und später eine Bettwäschekonfektion hinzu.

  7. 1985

    Stilllegung im Zuge der Zentralisierung von Getzner, Mutter & Cie; die Buntweberei wird nach Bludenz verlegt.

  8. 1998

    Verkauf des Areals. Auf dem neu gestalteten Gelände nördlich der Fabrik entsteht ein Gewerbepark.

  9. heute

    Der denkmalgeschützte Bau ist als Lünersee Fabrik ein Gewerbestandort für Büro, Gastronomie, Praxis und Dienstleistung im Umfeld von Lünerseepark und ZIMBAPARK.

Warum die Fabrik nach dem Lünersee heißt

Ihren Namen verdankt die Lünersee Fabrik dem Wasser: Der Alvierbach, der aus dem Einzugsgebiet des Lünersees im Rätikon kommt, trieb das Werk mit Wasserkraft an. Getzner, Mutter & Cie kaufte das Grundstück in Bürs 1835 nicht zuletzt, um anderen Unternehmen beim Erwerb der Wasserrechte zuvorzukommen.

Zum Werk gehörte das Alvierwerk am Eingang der Bürser Schlucht – eines der größten privaten Kraftwerke Österreichs und selbst ein denkmalgeschütztes Industriedenkmal. Es versorgte alle Getzner-Fabriken im Raum Bludenz und Nenzing mit Strom.

Architektur und Denkmalschutz

Der sechsgeschoßige Baukörper mit 20 Fensterachsen an der Längsseite folgt der schlichten Industriearchitektur seiner Entstehungszeit: glatte Putzflächen, kleinteilige Holzfenster, klare Proportionen. Das Bundesdenkmalamt führt das Gebäude unter der ObjektID 65189 im Denkmalverzeichnis.

Innen prägen ein lichtdurchflutetes Atrium mit historischen Gusssäulen, Galerien und ein verglaster Aufzugsschacht das Haus. Der erhaltene Fabrikschornstein trägt eine Lichtinstallation der Künstlerin Brigitte Kowanz.

Vom Industriedenkmal zum Gewerbestandort

Rund 150 Jahre lang war die Lünerseefabrik ein Textilbetrieb. Nach der Stilllegung 1985 und dem Verkauf 1998 entstand rund um die Fabrik ein Gewerbegebiet; das Fabrikgebäude selbst wird heute unter dem Namen „Lünersee Fabrik“ als Gewerbestandort genutzt.

Wer hier mietet, arbeitet in einem der frühesten Industriehochbauten Vorarlbergs – mit Loft-Charakter, den ein Neubau nicht bieten kann, und zugleich mit Parkplätzen, A14-Anschluss in rund zwei Fahrminuten und dem Handelsumfeld von Lünerseepark und ZIMBAPARK vor der Tür.

Lichtdurchflutetes Atrium der Lünersee Fabrik mit historischen Gusssäulen und Stahltreppe

Häufige Fragen zur Geschichte

Wann wurde die Lünersee Fabrik gebaut?

Getzner, Mutter & Cie erwarb das Grundstück in Bürs 1835 und errichtete ab 1836 den Fabrikbau für Spinnerei und Weberei; das Bundesdenkmalamt datiert ihn auf 1836–1838. Erweitert wurde er 1850 sowie 1856/57. Damit gilt die Lünerseefabrik als einer der frühesten Industriehochbauten Vorarlbergs.

Warum heißt sie Lünersee Fabrik?

Weil der Alvierbach aus dem Einzugsgebiet des Lünersees das Werk mit Wasserkraft versorgte. Das zugehörige Alvierwerk am Eingang der Bürser Schlucht zählt zu den größten privaten Kraftwerken Österreichs.

Steht die Lünersee Fabrik unter Denkmalschutz?

Ja. Das Gebäude ist im Denkmalverzeichnis des Bundesdenkmalamts als „ehem. Spinnerei und Weberei Lünersee“ unter der ObjektID 65189 eingetragen. Der Schutz betrifft vor allem die äußere Erscheinung; die Gewerbeflächen innen sind individuell gestaltbar.

Quellen

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